Jeder braucht einen geschützten Rahmen
Meine tägliche Arbeit mit pflegenden Angehörigen und hilfsbedürftigen Menschen, zeigt mir die Herausforderungen und emotionalen Augenblicke auf. Seit 15 Jahren unterstütze ich Menschen in belastenden Lebenssituationen.
Pflegende Angehörige Menschen signalisieren Stärke und zeigen nach Außen selten Schwäche, obwohl sie mental sowie häufig auch körperlich erschöpft und überfordert sind. Die neue Lebenssituation fordert nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional und lässt kaum noch Raum für die eigenen Gefühle und Aktivitäten.
Mein Motto ist „unperfekt ist perfekt“ da unperfekt sein, keine Schwäche ist, sondern menschlich. Der Mensch steht in meiner Arbeit im Vordergrund und die Tür steht offen sich den Raum zu nehmen den man braucht, um gesehen und gehört zu werden, mit allem was da ist.
Durch meine Tätigkeit mit unterschiedlichen individuellen Pflegesituationen und meinem laufendem Studium der Psychologie, bin ich mir der emotionalen Belastung und dem Wunsch die Situation nach Außen besser dastehen zu lassen als sie wirklich ist, durchaus bewusst. Schwäche einzugestehen fällt schwer, besonders wenn Selbstständigkeit und Unabhängigkeit Teil des bisherigen Lebens war.
Demenz verändert den gewohnten Alltag und plötzlich sind Scham, Wut, Erschöpfung und Schuldgefühle der tägliche Begleiter.
In Gesprächen in ihrem gewohnten Umfeld geht es darum emotionalen Last abzugeben, den eigenen Selbstwert nicht aus den Augen zu verlieren und die persönlichen Grenzen wahrzunehmen.
Funktionieren sollte nicht der Alltag sein - gesehen werden und sich selbst wieder spüren, um wirkliche Stärke leben zu können.